Häufig gestellte Fragen von Pflegenden und Pflegebedürftigen

Pflegebedürftigkeit kündigt sich nicht immer lange im Vorfeld an. Meist werden Pflegebedürftige oder Angehörige von der neuen Situation überrascht und stehen quasi über Nacht vor vielen Fragen. Für eine erste Orientierung haben wir hier die wichtigsten Antworten auf diese Fragen für Sie zusammengestellt.


   

Was bedeutet Pflegebedürftigkeit?

Pflegebedürftigkeit bedeutet, dass eine Person durch eine Krankheit oder Behinderung dauerhaft nicht in der Lage ist, ihren alltäglichen Aktivitäten und Verrichtungen selbstständig nachzugehen und deshalb Hilfe benötigt. Das können Maßnahmen der Hilfestellung (Assistenz), hauswirtschaftliche oder pflegerische Unterstützung sein. Häufig übernehmen Angehörige diese Aufgaben. Darüber hinaus erbringen Fachkräfte der professionellen ambulanten Pflegedienste oder Pflegeheime solche Leistungen.

Das Wort Pflegebedürftigkeit ist jedoch nicht nur für die Altenpflege wichtig, obwohl Alter einer der gravierendsten Faktoren ist, die dazu beitragen. Kranke Kinder, in frühen Jahren Behinderte oder mehrfach Erkrankte können ebenfalls mit Pflegebedürftigkeit konfrontiert sein.

Die Gesetzgebung hat im 11. Sozialgesetzbuch (SGB XI) alle Kriterien festgelegt, die Pflegebedürftigkeit ausmachen und so auch die Zuordnung zu einer der drei Pflegestufen ermöglichen.

Unter welchen Bedingungen habe ich Anspruch auf Leistungen aus der Pflegekasse?

Um Pflegeleistungen voll in Anspruch nehmen zu können, müssen Sie in den letzten zehn Jahren vor der Antragstellung mindestens zwei Jahre in die Pflegekasse als Mitglied eingezahlt haben oder familienversichert gewesen sein. Dieser Zeitraum wird auch als „Vorversicherungszeit“ bezeichnet.

Wie beantrage ich eine Pflegestufe?

Bevor Sie eine Pflegestufe beantragen, sollten Sie mit Ihren Angehörigen und Ihren behandelnden Ärzten über Ihre Absicht sprechen und die Entscheidung gemeinsam treffen.

Die praktischen Schritte zur Beantragung sind:

  • Kontaktieren Sie Ihre Pflegekasse bzw. die Pflegekasse der Person, für die Sie eine Pflegestufe beantragen möchten, und lassen Sie sich das Antragsformular zuschicken. Vielfach können Sie das Formular auch über die Internetseite der Pflegekasse herunterladen. Da viele Pflegekassen ihre eigenen Formulare haben, sollten Sie nur das Dokument verwenden, das Sie auf der Internetseite der entsprechenden Kasse finden.
  • Stellen Sie alle Unterlagen zusammen, die den Pflegebedarf belegen können. Dazu gehören Befunde, Röntgenbilder, Arztbriefe usw.
  • Suchen Sie sich kompetente fachliche Unterstützung, z.B. durch einen ambulanten Pflegedienst. Die Erstberatung ist in der Regel kostenlos.
  • Damit später die Einordnung in eine Pflegestufe fundiert erfolgen kann, empfiehlt sich das Führen eines sogenannten Pflegetagebuchs. Dort tragen Sie für jeden Tag separat ein, bei welchen Verrichtungen der Antragsteller wie lange Hilfestellung benötigt. Beginnen Sie mit der Aufzeichnung etwa zwei Wochen, bevor der MDK (medizinischer Dienst der Krankenkassen) zu Ihnen kommt, um die Pflegestufe festzulegen. Auch dabei ist Ihnen der ambulante Pflegedienst behilflich, denn nur richtig geführte Pflegetagebücher werden als Entscheidungshilfe akzeptiert.
  • Füllen Sie den Antrag auf Erteilung einer Pflegestufe sorgfältig aus (Unterschrift nicht vergessen!) und senden Sie ihn zurück an die Pflegekasse. Diese beauftragt den MDK mit der Erstellung eines Pflegegutachtens. Dafür benutzt der MDK zunächst die von Ihnen eingereichten Unterlagen, danach erfolgt noch der persönliche Besuch eines Gutachters beim Antragsteller.
  • Kosten: Wenn Sie zwischen Antragstellung und Genehmigung schon Hilfe benötigen, müssen Sie die Kosten dafür zunächst selbst tragen. Wird Ihr Antrag genehmigt, übernimmt die Pflegekasse die angefallenen Kosten im nachhinein bis zur Höhe der genehmigten Summe. Bewahren Sie daher sorgfältig alle Belege auf. Wenn Sie nicht über ausreichend finanzielle Mittel verfügen, um die Kosten, die bis zur Genehmigung anfallen, zu tragen, können Sie beim Sozialamt einen „Antrag auf Hilfe zur Pflege“ stellen.
  • MDK-Begutachtungstermin: Der MDK kündigt seinen Besuch vorher schriftlich an. Sorgen Sie dafür, dass der Pflegebedürftige bei diesem Termin nicht alleine ist. Angehörige und der ambulante Pflegedienst sollten ebenfalls anwesend sein. Wichtig ist hier, dass der MDK einen realistischen Einblick in den Alltag erhält. Pflegebedürftige entwickeln häufig falschen Ehrgeiz und wollen unter Anstrengung einen besseren Eindruck ihrer Situation vermitteln als dies in Wirklichkeit der Fall ist. Im schlechtesten Fall erhält der Antragsteller dann trotz Bedarfs keine Pflegestufe.
  • Der MDK-Gutachter leitet das Pflegegutachten an die Pflegekasse weiter, die dann über die Pflegestufe entscheidet und den Antragsteller schriftlich über das Ergebnis informiert.

Sollte der Antrag abgelehnt werden, kann innerhalb von vier Wochen Widerspruch gegen die Entscheidung eingelegt werden.

Was ist der MDK und welche Aufgaben erfüllt er?

Der MDK ist der Medizinische Dienst der Krankenkassen. Er übernimmt zahlreiche Aufgaben für Kranken und Pflegekassen (siehe http://www.mdk.de). An dieser Stelle konzentrieren wir uns auf die Aufgaben rund um das Thema Pflege.

Begutachtungen für die Pflegeversicherung
Für die Pflegekassen begutachtet der MDK, ob jemand pflegebedürftig ist; darüber hinaus berät er die Pflegekassen in grundsätzlichen Fragen der pflegerischen Versorgung. Bei der Begutachtung von Pflegebedürftigkeit zu Hause oder im Pflegeheim klärt der MDK folgende Dinge ab:

  • Liegen die Voraussetzungen für Pflegebedürftigkeit vor?
  • Welche Pflegestufe (I, II, III oder Härtefall) ist zu empfehlen?
  • Liegt eine erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz vor (PEA)?
  • Welche Maßnahmen zur Prävention und Rehabilitation werden vorgeschlagen?
  • Welche Art und welcher Umfang von Pflegeleistungen werden empfohlen?
  • Wie sollte ein individueller Pflegeplan aussehen?

Was bedeuten die verschiedenen Pflegestufen?

Das Bundesministerium für Gesundheit hat folgendes festgelegt:

Pflegestufe 0
Auch Personen mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, die noch nicht die Voraussetzungen für eine Einstufung in die Pflegestufe I erfüllen, haben mit Inkrafttreten der Pflegereform einen Anspruch auf einen Betreuungsbetrag. Man spricht hier von der so genannten "Pflegestufe 0".

Pflegestufe I – Erhebliche Pflegebedürftigkeit
Erhebliche Pflegebedürftigkeit liegt vor bei einem mindestens einmal täglich erforderlichen Hilfebedarf bei mindestens zwei Verrichtungen aus einem oder mehreren Bereichen der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung oder Mobilität). Zusätzlich muss mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt werden. Der wöchentliche Zeitaufwand muss im Tagesdurchschnitt mindestens 90 Minuten betragen, wobei auf die Grundpflege mehr als 45 Minuten entfallen müssen.

Pflegestufe II – Schwerpflegebedürftigkeit
Schwerpflegebedürftigkeit liegt vor bei einem mindestens dreimal täglich zu verschiedenen Tageszeiten erforderlichen Hilfebedarf bei der Grundpflege (Körperpflege, Ernährung oder Mobilität). Zusätzlich muss mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigt werden. Der wöchentliche Zeitaufwand muss im Tagesdurchschnitt mindestens drei Stunden betragen, wobei auf die Grundpflege mindestens zwei Stunden entfallen.

Pflegestufe III – Schwerstpflegebedürftigkeit
Schwerstpflegebedürftigkeit liegt vor, wenn der Hilfebedarf so groß ist, dass er jederzeit gegeben ist und Tag und Nacht anfällt (Rund-um-die-Uhr). Zusätzlich muss die pflegebedürftige Person mehrfach in der Woche Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung benötigen. Der wöchentliche Zeitaufwand muss im Tagesdurchschnitt mindestens fünf Stunden betragen, wobei auf die Grundpflege (Körperpflege, Ernährung oder Mobilität) mindestens vier Stunden entfallen müssen.

Härtefallregelung
Sind die Voraussetzungen der Pflegestufe III erfüllt und liegt ein außergewöhnlich hoher Pflegeaufwand vor, kann die Härtefallregelung in Anspruch genommen werden. In diesem Fall gibt es höhere Leistungen. Für die Feststellung eines außergewöhnlich hohen Pflegebedarfs im Sinne der Härtefallregelungen muss eine der folgenden Voraussetzungen zutreffen:

  • Hilfe bei der Grundpflege (Körperpflege, der Ernährung oder der Mobilität) ist für mindestens sechs Stunden täglich, davon mindestens dreimal in der Nacht, erforderlich. Bei Pflegebedürftigen in vollstationären Pflegeeinrichtungen ist auch die auf Dauer bestehende medizinische Behandlungspflege zu berücksichtigen.
  • Die Grundpflege für den Pflegebedürftigen kann auch nachts nur von mehreren Pflegekräften gemeinsam (zeitgleich) erbracht werden. Wenigstens bei einer Verrichtung tagsüber und des Nachts muss dabei neben einer professionellen mindestens eine weitere Pflegeperson tätig werden, die nicht bei einem Pflegedienst beschäftigt sein muss (zum Beispiel Angehörige). Durch diese Festlegung soll erreicht werden, dass nicht mehrere Pflegekräfte eines Pflegedienstes hier tätig werden müssen.

Zusätzlich muss in jedem Fall ständige Hilfe bei der hauswirtschaftlichen Versorgung erforderlich sein.

Welche Leistungen verbergen sich hinter den Pflegestufen?

Jeder Pflegestufe ist ein bestimmter Geldbetrag, die sogenannte „Sachleistung“, zugeordnet, bis zu dem die Pflegekasse die Kosten für die häusliche Pflege übernimmt. Liegen die tatsächlichen Pflegekosten über dem genehmigten Sachleistungsbetrag, so muß der Pflegebedürftige den Differenzbetrag selbst begleichen.

Lassen Sie sich deshalb stets ein Angebot erstellen, bevor Sie Pflegeleistungen in Auftrag geben.

Pflegestufe
Sachleistung
Demenz-zuschlag* Summe* Geldleistung Demenz-zuschlag* Summe*
0 0,- € 225,- € 225,- € 0,- € 120,- € 120,- €
I 450,- € 215,- € 665,- € 235,- € 70,- € 305,- €
II 1100,- € 150,- € 1250,- € 440,- € 85,- € 525,- €
III 1550,- € 0,- € 1550,- € 700,- € 0,- € 700,- €

* ab 01.01.2013


Anstelle der häuslichen Pflegehilfe durch einen Pflegedienst können Pflegebedürftige oder deren Angehörige Pflegegeld, auch „Geldleistung“ genannt, beantragen, wenn sie die Pflege selbst durchführen möchten.

Nehmen Pflegebedürftige oder deren Angehörige nur einen Teil der Sachleistung in Anspruch, so können Sie sich anteilig Pflegegeld (Geldleistung) auszahlen lassen. In diesem Fall spricht man von „Kombinationsleistung“.

Was sind Kombinationsleistungen?

Von Kombinationsleistungen spricht man, wenn der Pflegebedürftige oder seine Angehörigen nur einen Teil der Sachleistung in Anspruch nehmen und sich dafür anteilig ein Pflegegeld (Geldleistung) auszahlen lassen.

Beispiel:
Ein Pflegebedürftiger wurde in Plegestufe I (Stand 2010) eingestuft. Der Pflegedienst erbringt Sachleistungen im Wert von 220,- Euro pro Monat. Dies entspricht 50 % der Sachleistung (440,- Euro) von Pflegestufe I. Der Pflegebedürftige bzw. seine pflegenden Angehörigen haben nun Anspruch auf monatlich 50 % der Geldleistung (225,- Euro), d.h. 112,50 Euro.

Der prozentuale Anteil von Geld- und Sachleistungen muss zusammengenommen stets 100 % ergeben.

Pflegestufe
2010
Sachleistung
2010
Geldleistung
ab 01.01.2012 Sachleistung
ab 01.01.2012 Geldleistung
I 440,- € 225,- € 450,- € 235,- €
II 1040,- € 430,- € 1100,- € 440,- €
III 1510,- € 685,- € 1550,- € 700,- €
Härtefall 1918,- € 685,- € 1918,- € 700,- €

Holen Sie für Kombinationsleistungen im Vorfeld auf jeden Fall ein entsprechendes Angebot beim Pflegedienst ein.

Hinweis:
Empfänger von Geldleistung sind verpflichtet, regelmäßig einen sogenannten Beratungsbesuch nach §37.3 in Anspruch zu nehmen:

Pflegestufe Beratungsbesuch nach §37.3
I halbjährlich
II halbjährlich
III vierteljährlich

Dieser Beratungsbesuch wird vom Pflegedienst oder einer anderen zugelassenen Pflegeeinrichtung durchgeführt und dient der Sicherung der Qualität der häuslichen Pflege sowie der regelmäßigen Hilfestellung und Beratung der Pflegenden. Die Kosten dafür trägt die Pflegekasse.

Welche Leistungen übernimmt die Sozialhilfe?

Bei Bedürftigkeit, d.h. wenn die monatlichen Einkünfte des Pflegebedürftigen nicht ausreichen, um die verbleibenden Kosten für die ambulante Pflege zu tragen, können die offenen Kosten unter Umständen vom Sozialhilfeträger übernommen werden.

Ob ein Anspruch auf Sozialhilfe besteht, hängt vom Einkommen und der Vermögenssituation der/des Pflegebedürftigen ab.

Es besteht ein Schonbetrag von 2.600,- Euro für Alleinstehende, bei Verheirateten für beide Ehepartner insgesamt 3.214,- Euro. Zum Vermögen wird alles gerechnet, was Geldwert hat, d.h. Bargeld, Guthaben auf Giro- und Sparkonten, Lebensversicherungen, Aktien, Kraftfahrzeuge, Grundbesitz, Wohneigentum und ähnliche Sachwerte. Ist Vermögen vorhanden, jedoch nicht kurzfristig verfügbar, so ist es möglich, Sozialhilfe als Darlehen zu erhalten.

Wie lange dauert es, bis eine Pflegeleistung genehmigt ist?

Die Bearbeitungsfrist für Anträge auf Pflegeleistungen beträgt fünf Wochen. Bei einem Krankenhausaufenthalt, in einem Hospiz oder während einer ambulant-palliativen Versorgung muss die Begutachtung durch den MDK innerhalb einer Woche erfolgen, wenn dies zur Sicherstellung der weiteren Versorgung erforderlich ist oder die Inanspruchnahme von Pflegezeit gegenüber dem Arbeitgeber angekündigt wurde.

Eine Bearbeitungsfrist von zwei Wochen gilt, wenn der Antragsteller sich in häuslicher Umgebung befindet und die Inanspruchnahme von Pflegezeit gegenüber dem Arbeitgeber angekündigt wurde.

Kann ich als Angehörige/r die Pflege eines Familienmitglieds auch selbst übernehmen?

In Deutschland gilt seit Juli 2008 ein Pflegezeitgesetz, das es berufstätigen Menschen ermöglichen soll, Angehörige zuhause zu pflegen.
Die Bestimmungen basieren auf zwei Säulen:

  • Bei unerwartetem Eintritt einer besonderen Pflegesituation haben Beschäftigte das Recht, bis zu zehn Tage der Arbeit fern zu bleiben, um die sofortige Pflege eines nahen Angehörigen sicherzustellen (kurzzeitige Arbeitsverhinderung).
  • Zu einer längeren Pflege in häuslicher Umgebung können berufstätige Angehörige von pflegebedürftigen Personen durch eine vollständige oder teilweise Freistellung von der Arbeit bis zur Dauer von sechs Monaten den Umfang ihrer Erwerbstätigkeit dem jeweiligen Pflegebedarf anpassen (Pflegezeit).

Als Gegenleistung für die Pflege haben Sie gegenüber der Pflegekasse Anspruch auf Pflegegeld, auch Geldleistung genannt, dessen Höhe von der Pflegestufe abhängt. Die Geldleistung steht Ihnen grundsätzlich zu und hat nichts mit einer vorherigen oder zeitgleichen Berufstätigkeit zu tun.

Pflegestufe
2010
Sachleistung
2010
Geldleistung
ab 01.01.2012 Sachleistung
ab 01.01.2012 Geldleistung
I 440,- € 225,- € 450,- € 235,- €
II 1040,- € 430,- € 1100,- € 440,- €
III 1510,- € 685,- € 1550,- € 700,- €
Härtefall 1918,- € 685,- € 1918,- € 700,- €

Empfänger von Geldleistung sind verpflichtet, regelmäßig einen sogenannten Beratungsbesuch nach §37.3 in Anspruch zu nehmen:

Pflegestufe Beratungsbesuch nach §37.3
I halbjährlich
II halbjährlich
III vierteljährlich

Dieser Beratungsbesuch wird vom Pflegedienst oder einer anderen zugelassenen Pflegeeinrichtung durchgeführt und dient der Sicherung der Qualität der häuslichen Pflege sowie der regelmäßigen Hilfestellung und Beratung der Pflegenden. Die Kosten dafür trägt die Pflegekasse.

Hinweis:
Es gibt auch eine Kombination von Sach- und Geldleistungen. Siehe Stichwort „Kombinationsleistungen“.

Gibt es Pflegekurse für Angehörige?

Wenn Sie ein Familienmitglied pflegen oder sich ehrenamtlich um Pflegebedürftige kümmern, können Sie an einem Pflegekurs Ihrer Pflegekasse teilnehmen. Diese Kurse werden zum Teil in Zusammenarbeit mit Verbänden der freien Wohlfahrtspflege, mit Volkshochschulen, der Nachbarschaftshilfe oder Bildungsvereinen angeboten. Sie bieten praktische Anleitung und Informationen, aber auch Beratung und Unterstützung zu vielen verschiedenen Themen. Die Abrechnung erfolgt über die Pflegekasse.

Wie wird die Pflege meiner/s Angehörigen gewährleistet, wenn ich krank oder im Urlaub bin?

Die Pflegekasse zahlt eine notwendige Ersatzpflege, wenn Sie wegen Urlaubs oder wegen einer Erkrankung Ihre Angehörigen nicht pflegen können. Dieser Anspruch besteht für maximal vier Wochen im Jahr. Man nennt dies Verhinderungspflege. Weitere Alternativen zur Erholung bzw. Entlastung der Pflegenden sind die teilstationäre Tages- und Nachtpflege sowie die Kurzzeitpflege.

Voraussetzung zur Inanspruchnahme der Verhinderungspflege: Sie müssen mindestens seit sechs Monaten die Pflege übernommen haben. Seit der Pflegereform werden für die Dauer Ihres Erholungsurlaubs die Rentenversicherungsbeiträge von der Pflegekasse weitergezahlt. Dadurch bleibt Ihr Rentenanspruch für die Zeit Ihres Urlaubs ungeschmälert bestehen.

Wie finde ich einen ambulanten Pflegedienst oder ein Pflegeheim in meiner Nähe?

Hier auf den Seiten von www.carenavigator.de können Sie eine Postleitzahl oder den Namen einer Einrichtung eingeben und erhalten eine Liste sämtlicher Einrichtungen in dem Umkreis, den Sie eingegeben haben.

Was sollte ich bei einem Vertragsabschluss mit einem ambulanten Pflegedienst beachten?

Folgende Punkte sollten in dem Vertrag, den Sie mit dem Pflegedienst abschließen, enthalten sein:

  • Auflistung aller vereinbarten Leistungen und Kosten. Es sollte offengelegt sein, welche Kosten die Pflegekasse, ein anderer Kostenträger (z.B. das Sozialamt) oder der/die Pflegebedürftige selbstübernimmt.
  • Verpflichtung des Pflegedienstes, die Pflege lückenlos zu dokumentieren und die Dokumentation beim Pflegebedürftigen zu Hause zu lassen.
  • Unbeschränkte Haftung des Pflegedienstes für Fehler seines Personals oder der Organisation.
  • Klare Angabe, bis zu welchem Zeitpunkt ein Besuch durch den Pflegedienst kostenfrei abgesagt werden kann.
  • Eine Regelung über den Zugang zur Wohnung bzw. Aushändigung des Wohnungsschlüssels sollte enthalten sein.
     

Wie erkenne ich, ob ein Heim gut bzw. für mich geeignet ist?

Die Beurteilung eines Pflegeheims erfordert mehr als einen Blick auf Preise und Leistungen. Sie sollten sich dafür Zeit nehmen und mehrere Einrichtungen nach demselben Schema vergleichen.
Folgende Punkte sollten Sie in jedem Fall bedenken und bewerten:

  • Standort, Lage und Umfeld:
    Anbindung über öffentliche Verkehrsmittel, Entfernung zu wichtiger Infrastruktur wie Supermarkt, Restaurant, Ärzte, Apotheke, Bank etc.
  • Ausstattung des Hauses:
    Barrierefreier Zugang.  Vorhandensein von speziellen Räumlichkeiten, z.B. Gemeinschaftsraum, Teeküche, Sport- und Therapieräume, Kapelle oder Kultraum, Balkons oder Terrasse, Ansprechende Raumgestaltung mit Pflanzen, jahreszeitlicher Dekoration etc.
  • Standard der Wohnungen oder Zimmer:
    Größe in qm, Fensterfläche, Rollstuhlgerecht bzw. barrierefrei, Badezimmer, allein oder zu mehreren Personen genutzt, Fernsehen, Internet, Telefon, Schallschutz zwischen den Räumen und nach außen, Tageslichteinfall, Mitbringen eigener Möbel
  • Verpflegung:
    Einflussnahme auf Speiseplan durch Bewohner, Wahlmöglichkeit bei Menüs, vegetarische Kost, Ist Probeessen möglich?, Ambiente des Speiseraums
  • Kultur und Freizeit:
    Bildungsangebote, Kulturelle Veranstaltungen im Haus oder außerhäusig, Gottesdienste, Messen etc. im Haus, Kapelle oder Kultraum, Feste
  • Service-Angebote:
    Wäscheservice, Arzt mit Sprechstunde im Haus, Sterbebegleitung, Fahr- und Begleitdienste, Postservice
     

Wie kann ich Qualität und Preis verschiedener Einrichtungen miteinander vergleichen?

Die Noten, die der MDK bei seiner jährlichen Prüfung der Pflegedienste und –heime vergibt, können Sie im Internet einsehen (http://www.aok-gesundheitsnavi.de).
Dort sehen Sie detailliert, in welchen Bereichen welche Bewertung vergeben wurde. Darüber hinaus können Sie sich an dieser Stelle ein unverbindliches Angebot erstellen lassen. So können Sie im Vorfeld bereits die Anzahl der Einrichtungen, die grundsätzlich für Sie in Frage kommen, eingrenzen.

Wo kann ich mich weiterführend informieren?